Blog

Sprich mit jemandem, der nichts von Dir will

11. Dezember 2025 · Olaf Rosenbaum · 2 Min. Lesezeit

Als Unternehmer stehst Du oben auf der Pyramidenspitze – und da ist es einsam, kalt und zugig. Der naheliegende Gedanke: Ich bespreche meine Sorgen zu Hause. Das kannst Du in vielen Fällen eben genau nicht.

Denn um Dich herum stehen lauter Stakeholder, jeder mit einem eigenen Interesse – und sei es das liebevollste. Deine Frau oder Dein Mann will, dass es Dir gut geht, dass Du abends rechtzeitig am Tisch sitzt und dass eine bestimmte Sicherheit da ist. Deine Mutter möchte, dass ihr Kind glücklich ist. Dein Vater möchte Leistung sehen. Und Deine Freunde wollen vor allem eines: Zeit mit Dir – wer ahnt, dass Dein nächstes Vorhaben Zeit kostet, rät lieber ab.

Deshalb: Umgib Dich mit Menschen, die kein eigenes Interesse daran haben, Dich in irgendeine Richtung zu lenken. Such Dir ein, zwei, drei Unternehmer, denen Du vertraust, und geh mit ihnen regelmäßig essen. Sie müssen nicht Deine besten Freunde sein, und die Branche ist egal – die Mechanismen und die Ängste sind überall dieselben. Ob Schuhe, Events oder Steuerberatung: Am Ende liegen wir alle nachts wach und denken, es ist der Fünfundzwanzigste, morgen werden die Gehälter fällig.

Was nicht hilft: Visitenkarten- und Häppchenveranstaltungen, auf denen alle „mein Haus, mein Boot" spielen. Da ist niemand ehrlich. Denn Vertrauen beginnt – das beschreibt Patrick Lencioni in „Die fünf Dysfunktionen eines Teams" – immer dort, wo jemand Verletzlichkeit zeigt. Kein Mensch hat Bock auf Superhelden. Das Zugeben von Schwäche ist die größte Stärke.

Wer ein eigenes Interesse an Dir hat, gibt Dir keinen Rat – er lenkt Dich.

Teilen:

Alle Beiträge