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Wer entscheiden darf, denkt mit
Frag Deine Mitarbeiter mal, was sie zu Hause alles machen. Die setzen Kinder in die Welt, bauen ganze Häuser, ziehen Wände, führen einen Schrebergarten. Und dann kommen dieselben Menschen in Deinen Betrieb, hängen mit der Jacke das Gehirn in den Schrank und stehen bei jeder Kleinigkeit vor Dir: „Was soll ich machen?" Abends gehen sie heim und bauen weiter am Haus.
Das passt nicht zusammen – also muss der Fehler in Deinem System liegen. Wenn Deine Leute Dich permanent fragen müssen, weil nichts geregelt ist, hast Du sie zum Nicht-Denken erzogen.
Die Lösung ist eine Entscheidungsebene in Deinem Organigramm. Für jede Funktion legst Du fest, wer was entscheiden darf – drei Stufen, mehr nicht:
- Ich darf sofort selbst entscheiden, ohne jemanden zu fragen.
- Ich darf selbst entscheiden, muss aber die Stelle über mir informieren.
- Ich muss erst fragen, dann darf ich entscheiden.
Und zwar nicht nur wer, sondern auch in welchen Fällen: Darf der Einkäufer die Bestellung selbst auslösen? Muss er vorher fragen, muss er hinterher informieren? Klingt aufwendig, ist es nicht – das ist im Grunde der Anfang einer Stellenbeschreibung.
Der Ertrag ist gewaltig: Wer entscheiden darf, denkt mit. Wenn Du Deinem Team Entscheidungskompetenz gibst, gewinnst Du Mitarbeiter statt Befehlsausführer. Und das ist es, was Du willst – Leute, die auch mal allein entscheiden. Dann lass sie bitte auch.
Deine Leute bauen zu Hause ganze Häuser. Wenn sie im Betrieb bei jeder Kleinigkeit fragen, liegt das nicht an ihnen – sondern an Deinem System.
Rosenbaum