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„Was machen wir, wenn der Chef ausfällt?" – „Wurscht."

1. Oktober 2025 · Olaf Rosenbaum · 2 Min. Lesezeit

Ich habe meine beiden Führungsmitarbeiter zusammengerufen und gefragt: Was machen wir eigentlich, wenn bei uns jemand ausfällt? Wir haben es durchgespielt. Fällt der eine aus – geregelt. Fällt die andere aus – wird ein bisschen doof, aber das kriegen wir verteilt. Und dann: Was machen wir, wenn Olaf ausfällt?

Die beiden haben mich angeguckt, mit den Schultern gezuckt und gesagt: „Das ist eigentlich wurscht."

Das tat weh. Das tat echt weh. Menschlich würden sie mich vermissen – aber der Betrieb läuft weiter. Und genau hier entscheidet sich, ob Dein Unternehmen inhaberunabhängig wird: an Deinem Ego. Wenn Du feststellst, dass alle ohne Dich klarkommen, macht das etwas mit Dir. Du kannst sauer werden, in hektische Betriebsamkeit verfallen und alles wieder kaputt machen. Oder Du hältst den Stich aus und erkennst: Das ist kein Angriff – das ist der Beweis, dass Dein System funktioniert.

Was dann hilft, ist eine neue Rolle. Ich habe meinen Mitarbeitern eine Stellenbeschreibung von mir selbst gegeben. Oben drüber steht ein einziges Wort: Besonders. Besonders kritisch, besonders emotional, besonders das Finanzamt dreht durch. Ich bin nur noch für die besonderen Fälle zuständig – den Standard macht das Team. Und mein Prinzip dahinter: dienende Führung. Meine Aufgabe ist es, den Leuten Steine aus dem Weg zu rollen. Meine Kollegen arbeiten nicht für mich – ich arbeite für sie.

Niemand nimmt Dir das Ego ab. Aber Du kannst es durch Übung im Zaum halten – und es gegen etwas Besseres eintauschen: Freiheit.

„Dein Ausfall ist uns wurscht" ist kein Angriff auf Dein Ego – es ist das größte Kompliment, das ein Unternehmer bekommen kann.

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