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Neun Kennzahlen auf einer Seite
Für Deine Controlling-Kennzahlen gilt eine Faustformel: so wenig wie möglich, so viel wie nötig. Warum, zeigt ein Beispiel aus meiner Praxis.
Ich wurde in ein Unternehmen in der Nähe von Magdeburg gerufen – großer Laden, weit dreistellige Millionenumsätze. Der Inhaber wollte ein neues Controlling-System, das alte funktioniere nicht. Auf die Frage, warum, griff er in die Schreibtischschublade und legte – ungelogen – einen fünf Zentimeter dicken Stapel Papier auf den Tisch. Seine Controlling-Auswertung. Alle vierzehn Tage bekam er so einen Stapel. „Da stehen nicht ganz die Zahlen drin, die ich brauche." Wundert Dich, dass das nicht funktioniert? Da steht nicht zu wenig drin. Da steht alles drin – und genau das ist das Problem.
Wir haben Folgendes gemacht: Stapel weg, Augen zu. Meine Frage: „Welche neun Zahlen brauchen Sie wirklich, um Ihrem Unternehmen eine Schulnote geben zu können?" Er konnte sie nennen – Bankbestand, Umsatz, Forderungshöhe und so weiter. Warum ausgerechnet neun? Weil sie gut auf eine A4-Seite passen: drei oben, drei in der Mitte, drei unten. Der Controller baute daraus Grafiken im Zeitablauf – wie entwickelt sich der Umsatz, wie entwickeln sich die Forderungen? Die Kennzahlenwüste haben wir weggeworfen.
Läuft an einer Stelle etwas nicht, steigst Du tiefer ein – dann darf es auch mehr Papier sein. Aber um alle vierzehn Tage draufzugucken, reichen neun Kennzahlen. Man kann sich sogar streiten, ob das nicht schon zu viele sind. Also: Miss wenig – aber miss das, was Dein Ziel misst.
Ein Stapel, in dem alles steht, zeigt Dir nichts. Eine Seite, auf der das Richtige steht, zeigt Dir Dein Unternehmen.
Rosenbaum