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Die Nachfolge beginnt bei der Gründung
Eine Frage, die mir immer wieder gestellt wird: Wann soll ich anfangen, über meine Nachfolge nachzudenken – und das Unternehmen darauf auszurichten? Die einzig richtige Antwort lautet: bei der Gründung.
Bau Dein Unternehmen von Anfang an so, dass sich mit einem Fingerschnipp ein anderer auf Deinen Platz setzen kann. Du gibst ihm den Schlüssel fürs Büro: Auf dem Rechner sind alle Daten, im Unternehmens-Wiki stehen alle Informationen, er kann nahtlos weiterarbeiten. Ein schlüsselfertiges Unternehmen.
Das ist ein psychologischer Trick mit vielen operativen Nebenwirkungen. Wer den Nachfolger von Beginn an im Kopf hat, stellt sich selbst nicht ins Zentrum. Du machst das Unternehmen nicht inhaberabhängig. Du arbeitest keine siebzig Stunden, weil Du selbstverständlich delegierst. Du baust eine zweite Reihe auf – oder organisierst, wenn Dein Betrieb dafür zu klein ist, alles so, dass ein Erwerber von der Straße hereinkommen und weiterarbeiten könnte.
Das Gegenteil – „Ich bin hier der Chef, ohne mich läuft hier nix" – ist leider der Regelfall. Kannst Du machen. Aber dann verkaufst Du eines Tages kein Unternehmen, sondern Dich selbst. Und Du willst ja gerade aussteigen.
Deine Übung, ab morgen: Nimm ein Blatt, schreib oben drauf „Läuft nur über mich" und geh die letzte Arbeitswoche durch. Notiere alles, was ohne Dich stehen geblieben wäre – jede Entscheidung, jede Kalkulation, jeder Kontakt, jede Unterschrift. Nicht bewerten, nur sammeln. Das ist die ehrliche Inventur Deiner Inhaberabhängigkeit – und zugleich Deine Arbeitsliste.
Bau Dein Unternehmen von Anfang an für Deinen Nachfolger – dann kannst Du jederzeit gehen. Auch einfach nur in den Urlaub.
Rosenbaum