Blog

Wenn alles an Dir hängt, hast Du kein Unternehmen – Du hast einen Job

24. September 2025 · Olaf Rosenbaum · 2 Min. Lesezeit

Ein Mandant rief mich an. Er hatte sich verletzt und fällt für etwa zwanzig Wochen aus. Gerade noch hatte er einen Lieferwagen bestellt – jetzt kann er nicht einmal mehr Auto fahren. Seine Frage: „Was mache ich denn jetzt bloß?"

Meine Antwort war hart: Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Entweder Du gehst mit einem Spezialisten für Insolvenzrecht in die Beratung und schaust, ob man bei diesem Unternehmen auf Pause drücken kann. Oder Du musst abwickeln. Seine Arbeitskraft ist nicht zu ersetzen – und alles, was er sich in zwei Jahren aufgebaut hat, hat sich durch diese eine Verletzung in Luft aufgelöst.

Daraus folgt eine unbequeme Wahrheit: Wenn ein Unternehmen in diesem Maße von Dir abhängig ist, hast Du eigentlich gar keins. Du hast einen hoffentlich hoch bezahlten Job, den Du Dir selbst geschaffen hast – mit dem ganzen Stress, den Du Dir selbst aufbürdest. Du hast keinen Unternehmenswert. Du hast nichts, was Du verkaufen kannst. Krise heißt Verlust der Steuerbarkeit – und ein Betrieb, der nur läuft, solange Du steuerst, verliert die Steuerbarkeit mit einem einzigen Sturz.

Der Unfall auf der Autobahn, der Sportunfall – das kann jeden treffen, morgen. Ab Tag eins muss es dann weitergehen. Deshalb mein Test für Dich: Stell Dir vor, Du fährst ab morgen unangekündigt für vier Wochen zum Hundeschlittenrennen nach Grönland. Nicht erreichbar. Hättest Du danach noch ein Unternehmen?

Wenn die Antwort Nein lautet, ist nicht die Verletzung Dein Risiko – Dein Bauplan ist es.

Teilen:

Alle Beiträge