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Jedes Unternehmen ist ein Datenunternehmen

6. August 2026 · Olaf Rosenbaum · 2 Min. Lesezeit

Ich kenne ein Unternehmen, das die durchschnittliche Schuhgröße seiner Kunden kennt. Kein Scherz. Es ist ein Freizeitpark – der Esel- und Landspielhof in Nessendorf, eine Reise wert, wenn Du kleine Kinder hast.

Dort konnte man auf Eseln reiten, und beim Ausgeben der Steigbügel wurden Strichlisten geführt: welche Steigbügelgröße wie oft rausging. Die Steigbügelgröße hängt von der Schuhgröße ab, die Schuhgröße von der Körpergröße – und schon wusste der Park, wie viel Prozent seiner Besucher Kinder und wie viel Erwachsene sind. Sie haben notiert, aus welchen Regionen die Gäste anreisen – damit sie wissen, wo sie ihre Werbung schalten müssen. Und sie führen seit zwanzig Jahren Wetteraufzeichnungen: Temperatur, Wolkenlage, Sonneneinstrahlung – und wie viele Besucher an dem Tag kamen. Wenn für Freitag bewölkte einundzwanzig Grad gemeldet sind, wissen sie heute auf zehn Leute genau, wie viele kommen werden. Danach planen sie den Personaleinsatz, die Pommes und die Esel.

Das ist der Punkt: Jedes Unternehmen ist ein Datenunternehmen. Jedes. Nicht nur der Konzern – auch der Eselhof, der Malerbetrieb, die Bäckerei. Die Frage ist nur, ob Du Deine Daten erhebst und nutzt oder ob sie ungelesen verpuffen. Dafür braucht es keine teure Software; in Nessendorf hat eine Strichliste gereicht. Es braucht die Entscheidung, hinzuschauen.

Und genau deshalb gehört die IT nicht in die Kategorie „lästiges Übel", sondern in die Kategorie Chefsache: Sie entscheidet darüber, ob Du gewinnst oder verlierst – weil Du Datenmaterial brauchst, und das kommt aus der IT.

Wenn ein Eselhof mit Strichlisten seine Besucher auf zehn Leute genau vorhersagen kann, hat Dein Betrieb bei den Daten keine Ausrede mehr.

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