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Gewinn ist Feinstaub

5. November 2025 · Olaf Rosenbaum · 2 Min. Lesezeit

Welche Zahl schaust Du Dir als Erstes an, wenn die Auswertung vom Steuerberater kommt? Vermutlich den Gewinn. So machen es die meisten. Ich sage trotzdem: Gewinn ist Feinstaub. Gewinn existiert nicht.

Das ist keine Provokation, das ist Handwerk. Du kannst den Gewinn in bestimmten Grenzen völlig legal so weit hoch- und runterdrehen, dass er kaum Aussagekraft hat. Viele Positionen, die ihn beeinflussen, sind steuerrechtlicher Natur oder stehen im Handelsgesetzbuch – mit Deinem Betrieb haben sie nichts zu tun. Beispiel Ein-Prozent-Methode: Wer sein Auto betrieblich nutzt, treibt damit den Gewinn nach oben. Über das Unternehmen sagt das genau nichts aus.

Es gibt ein einziges Rechenwerk, bei dem dieses Drehen nicht funktioniert: die Cashflow-Rechnung. Dort zählt nur eine Frage: Ist Geld geflossen, ja oder nein? Deinen Bankbestand kannst Du nicht betrügen. Der ist, wie er ist.

Von den drei Anzeigentafeln Deines Unternehmens – Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Cashflow-Rechnung – ist die dritte die wichtigste. Und ausgerechnet sie kennt kaum jemand: Verschickt wird das übliche Paket aus BWA und Summen- und Saldenliste, das die wenigsten verstehen. Die Cashflow-Rechnung wird selten verschickt, noch seltener verstanden – und fast nie benutzt.

Dabei kostet der erste Schritt nichts: Ruf Deinen Steuerberater an und lass Dir die Cashflow-Rechnung geben. Das ist für ihn ein Klick. Und dann lass sie Dir erklären.

Der Gewinn ist eine Meinung. Dein Kontostand ist eine Tatsache.

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