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Ein gemeldeter Fehler kostet nichts. Ein vertuschter alles.

7. September 2026 · Olaf Rosenbaum · 2 Min. Lesezeit

Über jeder Fehler-Methode steht eine Regel, die Du selbst vorleben musst, sonst funktioniert nichts davon: Bei uns kostet ein gemeldeter Fehler nichts – ein vertuschter Fehler alles.

Das ist keine Kuschelpädagogik, das ist Ökonomie. Je später ein Fehler entdeckt wird, desto teurer wird er – als Faustregel verzehnfachen sich die Kosten pro Stufe. Ein vertuschter Fehler ist per Definition ein spät entdeckter Fehler. Wer Meldungen bestraft, kauft sich die teuerste Variante jedes Fehlers.

Du bekommst in Deinem Betrieb entweder Ehrlichkeit oder vermeintliche Ruhe – beides zusammen gibt es nicht. Wenn auf jede Fehlermeldung Schimpfen folgt, hören die Meldungen auf. Die Fehler nicht.

Wenn jemand mit einem Fehler zu mir kommt, ist mein erster Satz immer derselbe: „Gut, dass Du damit kommst. Lass uns herausfinden, warum das möglich war." Zehn Worte. Keine Schuldfrage, kein Drama. Wenn Du diese zehn Worte ernst meinst, passiert nach ein paar Monaten etwas Bemerkenswertes: Du bekommst Meldungen über Beinahe-Fehler – Fehler, die fast passiert wären. Das ist die höchste Stufe. Und irgendwann regelt Dein Team die Fehler selbst und Du erfährst nur noch von denen, für die es Dich wirklich braucht.

Wir lernen nur durch Fehler – Fehler sind Leitplanken. Ein Betrieb, der das Melden bestraft, hat sich selbst das Lernen verboten.

Du entscheidest mit Deiner Reaktion auf die nächste Fehlermeldung, welche Firma Du hast: eine, die lernt – oder eine, die schweigt.

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