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Dein Unternehmen ist nicht Dein Baby

10. Dezember 2025 · Olaf Rosenbaum · 2 Min. Lesezeit

Viele Unternehmer sagen, ihre Firma sei wie ihr Kind. Verständlich: Du stehst morgens auf, und sie geht Dir durch den Kopf. Sie ist Dein Alltag, Dein Leben. Und genau da wird es gefährlich. Denn wenn Dein Unternehmen Deine Identität ist, wird jede Unternehmenskrise zur Existenzkrise Deiner Person – und die Angst regiert mit.

Eine Grundwahrheit des Buddhismus lautet: Leid entsteht durch Anhaftung – durch Habenwollen, Besitzenwollen, Festhaltenwollen. Wenn Du Dich an Dein Unternehmen klammerst, als würdest Du ohne es nicht mehr existieren, dann ist das Anhaftung. Und die erzeugt Leid.

Meine Haltung dazu: Ich bin kein Steuerberater und kein Unternehmensberater. Ich bin Unternehmer – und eines meiner Unternehmen ist eine Steuerberatung. Das sind nicht meine Babys, das sind Vorhaben, Dinge, die ich tue. Würde morgen jemand die Steuerberatung verbieten, würde ich mit den Schultern zucken und etwas anderes machen. Das wünsche ich vielen, die solche Ängste haben: mit den Schultern zucken zu können und zu sagen – dann eben nicht.

Denn mal ehrlich, als Mensch gefragt: Ist ein gescheitertes Unternehmen wirklich das Schlimmste, was Dir passieren kann? Natürlich nicht. Das Schlimmste im Leben hat mit Deiner Familie zu tun, nicht mit einer Firma. Scheitern ist scheiße für Dein Ego – mehr nicht.

Hundertprozentig gelingt dieses Loslassen niemandem, auch mir nicht. Ich bin eitel, und ich erzähle gern am Tresen, wenn es läuft. Aber jedes Stück, das Du Dein Unternehmen vom Ego löst, nimmt der Angst Gewicht.

Dein Unternehmen ist etwas, das Du tust – nicht etwas, das Du bist.

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