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Dein Banker mag Dich noch. Er darf nur nicht mehr.
Viele Unternehmer haben noch dieses Bild im Kopf: Ich bin seit dreißig Jahren bei meiner Sparkasse, ich gehe zu meinem Banker, sage ihm kurz, was ich brauche, und dann macht er das. Vergiss es. Und zwar nicht, weil er Dich nicht mehr mag – sondern weil er nicht mehr darf.
Die Bank von heute ist ein anderes Unternehmen als die Bank von vor fünf Jahren. Erstens ist sie intern bewusst getrennt: Vorne sitzt Dein Bankberater – im Kern ein Vertriebler. Die Entscheidung trifft die Marktfolge, Menschen, die abgeschottet vor ihren Rechnern sitzen und völlig unvoreingenommen, ohne emotionale Bezugsgrößen, nur auf Faktenlage urteilen. Die kommen nicht einmal mit ins Gespräch. Genau so ist es gewollt, damit keine Kredite mehr vergeben werden, weil man zusammen Tennis spielt.
Zweitens die Regulatorik: Banken sind eigentlich dafür da, die Wirtschaft mit Geld zu versorgen. Aber nach Lehman Brothers hat der Gesetzgeber einen Riegel vorgeschoben. Kredite, die kurz vor Not leiden, dürfen Banken faktisch nicht mehr vergeben – selbst wenn sie wollten. Legst Du fünf Barren Gold auf den Tisch und willst zweitausend Euro, bekommst Du sie. Alles andere nicht.
Und drittens der Mensch: Welcher junge Banker, der Karriere machen will, packt sich freiwillig die Akte mit Wackelkrediten voll? Denn die Bank interessiert ein Prozentpunkt Zins viel weniger, als ihr Kapital wiederzubekommen. Lehman ist nicht untergegangen, weil das Geld zu billig war – sondern an den faulen Krediten in der Bilanz.
Was folgt daraus? Hör auf, auf den Handschlag von früher zu hoffen. Die Bank kann nur noch Fakten finanzieren – also bring Fakten mit: Liquiditätsplan, Planungsrechnung, einen Berater, der die Sprache der Bank spricht.
Dreißig Jahre Kundentreue sind kein Kreditargument mehr. Dein Liquiditätsplan ist eins.
Rosenbaum