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Das Fehler-Logbuch: eine Liste, die Muster sichtbar macht
Eine 5-Why-Analyse nach einem Knall ist gut. Aber Fehler dauerhaft abstellen braucht keinen guten Vorsatz, sondern ein System. Motivation löst kein Führungsproblem – ein System löst ein Führungsproblem. Drei Bausteine reichen:
Baustein eins: das Fehler-Logbuch. Eine simple Liste – Datum, was ist passiert, welche Sofortmaßnahme. Eine Zeile pro Fehler, jeder darf eintragen, nichts wird bewertet. Warum das Gold wert ist: Wiederholungsfehler erkennst Du nicht am Einzelfall, sondern am Muster. Wenn zum dritten Mal in vier Monaten „Material fehlte beim Kunden" in der Liste steht, ist das kein Bauchgefühl mehr, sondern ein Faktum – Zahlen, Daten, Fakten. Im Kopf siehst Du dieses Muster nie.
Baustein zwei: der feste Warum-Termin. Einmal im Monat, dreißig Minuten, mit den Menschen nah am Problem. Ihr nehmt Euch ein bis zwei Einträge vor – Priorität hat, was sich wiederholt – und zieht die Warum-Kette bis zur Wurzel. Am Ende stehen zwei Sätze auf dem Papier: wo die Ursache wohnt (Strategie, Operating Model oder Controlling) und die eine Maßnahme, mit Name und Datum. Eine Maßnahme, nicht fünf.
Baustein drei: die Wiedervorlage. Jede Maßnahme kommt nach dreißig Tagen automatisch wieder auf den Tisch, mit einer einzigen Frage: Ist der Fehler seitdem noch einmal aufgetreten? Wenn nein – Haken dran, und zwar feierlich. Wenn ja – noch eine Runde Warum.
Das gilt auch für Einzelkämpfer: Führ die Liste für Dich selbst. Ich habe als Angestellter meine Lieblingsfehler in eine Checkliste geschrieben und vor jeder Abgabe gegengeprüft – es war praktisch immer einer drin.
Leg die Liste heute an. Eine Tabelle, drei Spalten, für alle zugänglich. Mehr kostet der Anfang nicht.
Rosenbaum